EINE KURZE GESCHICHTE DES DOLMETSCHENS UND DER DOLMETSCHER
Unter Dolmetschern ist es üblich, mit etwas Sarkasmus zu sagen, dass Dolmetschen der zweitälteste Beruf der Welt ist. So ist beispielsweise in Spanien die Verwendung des Begriffs „Dolmetscher" mindestens seit dem 16. Jahrhundert belegt. Eine der bekanntesten Dolmetscherinnen der Vergangenheit war die mexikanische Adlige Malinche, die zwischen den Einheimischen und den spanischen Konquistadoren vermittelte. Die traditionell verwendete Dolmetschtechnik ist bilaterales oder Konsekutivdolmetschen. Dabei wird der Gesprächsinhalt in Segmente aufgeteilt, die der Dolmetscher in die Zielsprache überträgt, wenn der Sprecher eine Pause macht oder seine Rede beendet.
Nach den 1920er Jahren kam erstmals und zunächst versuchsweise das Simultandolmetschen auf, das schon kurz darauf, während den Nürnberger Prozesse, intensiv genutzt wurde. Derzeit gewinnt das Simultandolmetschen immer mehr an Bedeutung. Es wird zunehmend bei Kongressen, Konferenzen, Radio- und Fernsehübertragungen sowie in jüngster Zeit bei Telefonkonferenzen und Videokonferenzen in Anspruch genommen.
Der weltweit größte Arbeitgeber für Dolmetscher ist derzeit die Europäische Kommission und in geringerem Umfang das Europäische Parlament und der Gerichtshof der Europäischen Union.


