MASCHINELLE ÜBERSETZUNGEN: DER AUFSTIEG VON MASCHINEN, DIE SPRACHEN BEHERRSCHEN

Nach jahrzehntelanger Entwicklung werden bei Übersetzungsmaschinen heute Technologien eingesetzt, die vom menschlichen Gehirn inspiriert wurden. So auch bei einem Wettbewerb 2017 an der Sejong University in Südkorea, bei dem vier professionelle Übersetzer und drei Übersetzungsmaschinen gegeneinander antraten.

Die beim Wettbewerb verwendeten Übersetzungsmaschinen waren im Vorjahr mit neuen Übersetzungsmechanismen unter Einsatz neuronaler Netze ausgestattet worden.  Dabei handelt es sich um Systeme künstlicher Intelligenz, die sich am menschlichen Gehirn inspirieren und in der Lage sind, den Kontext von Sätzen zu analysieren und die am besten geeignete Übersetzung zu wählen, nachdem sie umfangreiche Datenbanken mit übersetzten Materialien durchsucht haben.

Zwar schienen die Maschinen in puncto Geschwindigkeit zu gewinnen, was aber bewertet wurde, war die Qualität. Daher reichten auch die bei den Übersetzungsmaschinen verwendeten Spitzentechnologien nicht aus, um in Sejong den Sieg gegen die menschlichen Übersetzer zu erringen. Die drei Übersetzungsmaschinen konnten die Profis nicht schlagen. Dabei lag es nicht an der Kontexterkennung, sondern an der mangelnden Fähigkeit der Maschinen, ihre eigene Arbeit zu analysieren. Der Bewertungsausschuss des Internationalen Verbands der Übersetzer und Dolmetscher vergab 25 von 30 Punkten an Menschen, wogegen die beste Übersetzungsmaschine lediglich 15 Punkte erhielt.

Der Organisator der Veranstaltung, Kang Dae-young, glaubt jedoch, dass maschinelle Übersetzungen zu einem immer nützlicheren Werkzeug für Menschen werden können: „Um uns mit der neuen Ära der Übersetzungsmaschinen vertraut zu machen, müssen wir lernen, mit den verschiedenen Tools zu arbeiten. In der Zukunft wird die Rolle des menschlichen Übersetzers darin bestehen, der maschinellen Übersetzung den letzten Schliff zu geben."

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