Wird Google künftig maschinell erstellte Übersetzungen ablehnen?

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In seiner Eigenschaft als Rechtsanwalt und Vertreter von Google erklärte John Mueller zuletzt wiederholt, dass Inhalte, die maschinell mit Tools der künstlichen Intelligenz erstellt werden, gegen die Normen des Unternehmens verstoßen.

Die Leitlinien für diese Art von Inhalten können in den Nutzungsbedingungen der Suchmaschine eingesehen werden, wo zu lesen ist, dass sich Google das Recht vorbehält, Inhalte zu entfernen, deren Merkmale auf eine Erzeugung durch künstliche Intelligenz hindeuten. Dies betrifft sowohl Texte, die dem Zufallsprinzip zu gehorchen scheinen, aber verschiedene SEO-Suchbegriffe enthalten, als auch Inhalte, die offenkundig auf maschinelle Weise aus bereits bestehenden Blogs oder Webseiten extrahiert wurden (ein Verfahren, das unter der Bezeichnung Scraping bekannt ist).

All dies wirkt sich auf das maschinelle Übersetzen aus. Derzeit greift man bei der Übersetzungsarbeit vielfach auf Software-Lösungen und Algorithmen zurück, die maschinell übersetzte Inhalte generieren, welche anschließend von professionellen Übersetzern geprüft und überarbeitet werden. Somit stellt sich eine wichtige Frage für die gesamte Übersetzungsbranche: Wenn alle durch künstliche Intelligenz generierten Inhalte als Spam klassifiziert werden, fallen dann etwa auch maschinelle Übersetzungen in diese Kategorie? Hält man sich an die Leitlinien, die in den Nutzungsbedingungen von Google offiziell niedergelegt sind, so scheint dies nicht der Fall zu sein. Es lassen sich noch zwei weitere Gründe anführen, die für diese Schlussfolgerung sprechen:

  1. Erstens wäre es abwegig, von der Annahme auszugehen, dass ein Originaltext (vor seiner Bearbeitung durch ein maschinelles Übersetzungstool) automatisch erstellt worden sei.
  2. Und zweitens müssen in der Berufspraxis ohnehin sämtliche maschinell übersetzten Inhalte einer Nachbearbeitung unterzogen werden.

 

Wie dem auch sei, die tatsächlichen Fähigkeiten und die Funktionsweise der Algorithmen einer Suchmaschine bleiben ein wenig im Dunkeln und unvorhersehbar – sollte eine Suchmaschine denn wirklich in der Lage sein, in effizienter Form derartige Inhalte zu erkennen, ohne dabei den übersetzten Inhalt zu diskriminieren? Es ist also verständlich, dass es den in der Übersetzungsbranche tätigen Fachkräften Sorge bereitet, wenn sie befürchten müssten, dass ihre Arbeit demnächst als unzulässig eingestuft werden würde. Aus diesen Gründen hängt viel davon ab, welchen Weg die Position von Google in nächster Zeit einschlagen wird.

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